Bei uns wurde keiner hungrig. Und das bleibt so.

DER MANN MIT DEM ZWEITEN TELLER

Moin, ich bin Hans.
Schön, dass ihr da seid.

Hans mit Besteck und kariertem Tuch

Als Kind hieß ich „der dicke Hans“. Beim Bäcker, beim Kaufmann und beim Pastor. Wenn ich eins konnte, dann essen.

Mutter Gisela hat jeden Tag für uns gekocht: für Vater, meine Schwester Gabi, Oma Erna und mich. Viel Geld hatten wir nicht, aber satt sind wir immer geworden.

„Aus einem Sack Kartoffeln, einem Stück Speck und zwei Zwiebeln wurde ein Essen, von dem man heute noch träumt.“

Vor ein paar Jahren fand ich auf dem Dachboden einen alten Schuhkarton. Fotos, vergilbte Karteikarten mit Mutters Schrift und Omas Rezeptheft mit Fettflecken. Da war mir klar: Das darf nicht verloren gehen.

Opa Karl war Metzger. Samstags stand ich auf einer Kiste hinter der Theke und bekam eine Scheibe Fleischwurst. Dann noch eine. Sieben Jahre alt und den besten Job der Welt.

Heute koche ich diese Gerichte nach. Ehrlich, deftig und ohne Schnickschnack. So, wie Mutter und Oma es gemacht haben.

Euer Hans

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